~ Surreale Bildgeschichten einer Stadt ~

Dresden – schule der Schönheit

1899 schrieb der in Dresden geborene Erich Kästner: „Dresden … eine wunderbare Stadt voller Kunst und Geschichte … Die Vergangenheit und die Gegenwart lebten miteinander in Einklang. Eigentlich müsste es heißen, im Zweiklang. Und mit der Landschaft zusammen, mit der Elbe, den Brücken, den Hügelhägen …, ergab sich sogar ein Dreiklang. Geschichte, Kunst und Natur schwebten über Stadt und Tal … wie ein von seiner eigenen Harmonie bezauberter Akkord.“ In seinen Kindheitserinnerungen fügte er hinzu: „Wenn es zutreffen sollte, dass ich nicht nur weiß, was schlimm und hässlich ist, sondern auch was schön ist, so verdanke ich diese Gabe dem Glück, in Dresden aufgewachsen zu sein.“ Das Stadtbild, das Kästner beschrieb, nahm im Zweiten Weltkrieg schrecklichen Schaden. Doch scheint es in der Natur der Dresdner zu liegen, sich nicht von Schicksalsschlägen unterkriegen zu lassen. Die Stadt erstrahlt wieder in fürstlichem Glanz.

In diesem Kalender, der Auftakt für eine sich über weitere Jahre erstreckende Reihe ist, werden die Worte Kästners bildkünstlerisch in die Gegenwart übersetzt. Die Fotokünstlerin Angela Liebich, die bereits seit vier Jahren mit einer Kalenderserie die architektonische und geschichtliche Vielfalt ihrer Heimatstadt Leipzig in Szene setzt, hat nun auch in Dresden die unterschiedlichsten Bauwerke zu sinnenfreudigen Bühnen spannungsgeladener fantastischer Bildgeschichten verzaubert. Dabei liegt der Fokus, wie auch die Schönheit, oft im Detail. Das Ergebnis ihrer Ausflüge sind kunstvoll, oft surreal arrangierte Bilder, die den Genius loci auf ungewöhnliche Weise neu erwecken. Der bewusst spielerische Umgang mit dem jeweiligen Motiv lässt die Einzigartigkeit bekannter und versteckter Orte der sächsischen Architekturlandschaft noch einmal mit anderen Augen oder ganz und gar neu erleben. Der virtuose Wechsel der Perspektiven weckt auf ungewöhnliche Weise erneut das Interesse am Kulturgut Sachsens.

Dank der Landeshauptstadt Dresden – Kommunale Kulturföderung, die die Entstehung des Kunstkalenders 2020 „Fantastisches Dresden“ als Förderprojekt unterstützt, und dank engagierter Hauseigentümer, Gebäudeverwalter und Institutionen Dresdens sowie vieler einzelner Helfer kann der von der Fotoküstlerin Angela Liebich gegründete Eigenverlag nun die erste Ausgabe der Kalenderreihe „Fantastisches Dresden“ präsentieren.

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